
20 Jahre
Rede von Herrn Bürgermeister Dr. Bernd Sipple zum 20-jährigen Vereinsjubiläum der Griechen aus Pontos „AKRITES“ am 25. April 2009
Liebe Vereinsmitglieder, liebe Gäste,
herzlichen Glückwunsch zum stolzen 20-jährigen Jubiläum ihres Vereines der Griechen aus Pontos „Akrites“. So stolz wie das Jubiläum ihres Vereines so präsentiert sich die Geschichte der Pontos-Griechen, ein Volk dessen Geschichte auf mehr als 3000 Jahre zurück geht. Das Brauchtum zu pflegen, das alte Kulturgut zu bewahren und die Bindung an die Heimat zu vertiefen. Mit Idealismus, Einsatzfreude und Sachkenntnis haben sie, liebe Vereinsmitglieder, sich ihrer Leidenschaft hier in Herbrechtingen gewidmet. Ihnen liegt viel daran, die Vielfalt ihres kulturellen Lebens zu präsentieren, ihnen liegt viel daran, mit ihren Herbrechtinger Mitbürgerinnen und Mitbürgern ins Gespräch zu kommen, damit wir mehr voneinander erfahren können.
Integration ist keine Einbahnstraße, beide Seiten sind gehalten, etwas dafür zu tun. Wir alle haben erkannt, dass sich ein Miteinander nicht von selbst ergibt. Wer etwas über andere erfahren will, muss sich auf ihre Sichtweise einlassen, um sie zu verstehen. Wer sich ein eigenes Bild machen will, muss auf andere zugehen und offen mit ihnen reden. Dieser Meinungsaustausch wird die Unterschiede zutage fördern, aber stets auch die Gemeinsamkeiten ans Licht bringen.
Ihr Verein ist in den 20 Jahren seit der Gründung ein wesentlicher Beitrag zur Integration in unserer Stadt geworden.
Sie liebe Vereinsmitglieder haben mit ihrem Verein ein Stück Heimatgeschichte der deutsch-griechischen Freundschaft geschrieben. Ihr Verein ist darüber hinaus aber auch selbst ein Stück Heimat geworden. Der Mensch, so hat es auch der Verhaltensforscher Konrad Lorenz nachgewiesen, braucht Heimat als ruhenden Pol in einer Welt, die sich ständig verändert. Damit hat Heimat für sie eine doppelte Bedeutung gewonnen. Nicht die Isolation in ihrer griechischen Geschichte, sondern in der Öffnung ihres Vereines für ihre zweite Heimat hier in Herbrechtingen sehen sie ihre Aufgabe. Stolz dürfen Sie auch sein, denn von den 42 Vereinen Ihres Verbandes sind sie der einzige der es geschafft hat, mit städtischer Unterstützung am 13. Mai 2006 ein Vereinsheim zu eröffnen. Am 13. Mai 2004 hat der Gemeinderat der Überlassung eines Grundstückes zur Erstellung eines Vereinsheimes seine Zustimmung gegeben. Dabei soll das Vereinsheim Ausgangspunkt für die deutsch-griechische Freundschaft, die nunmehr seit 20 Jahre in Herbrechtingen währt, sein.
Ich wünsche ihnen im Namen des gesamten Gemeinderates der Stadt Herbrechtingen, aber auch ihrer Mitbürgerinnen und Mitbürger weiterhin alles Gute und den verdienten Erfolg.
Ihr
Dr. Bernd Sipple
Bürgermeister
Rede des griechischen Generalkonsuls aus Stuttgart
Zum 20-jährigen Gründungsjubiläum des pontischen Vereins Akrites überreiche ich Ihnen von ganzem Herzen die besten Grüße. Ein Verein, der viel zustande bringt und aktive Mitglieder in der Stuttgarter Region hat und ein Verein mit weitreichendem und vielfältigem geschichtlichen Werdegang.
Wir sind sehr stolz auf einen Verein, deren Mitglieder mit viel Lust, Gemeinschaftssinn, Arbeitswilligkeit und Geduldigkeit die Sitten und Gebräuche der Griechen aus der Region Pontos bis zur heutigen Zeit erhalten. Zudem übertragen sie ihre Liebe und Begeisterung für den Verein auf die kommende Generation der griechischen Gemeinde in unserer Gegend.
Ein hochachtungsvolles Resultat ihres Arbeitswillens ist der Besitz des Vereinsheims.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich dem Vorstand und den Mitgliedern für diese Leistung beglückwünschen und wünsche Ihnen alles Gute und viel Erfolg.
Dimitrios Ksenitellis
Generalkonsulat
Rede des Pfarrers Sotirios Tsourlis
Liebe Brüder und liebevolle Kinder Gottes,
die Wahrheit ist, dass meine ersten Erfahrungen, die ich mit Griechen aus dem Pontos gemacht habe, auf den Tag zurückzuführen sind, an dem ich die Verantwortung der Pfarrgemeinde Heiliger Panteleimonas Augsburg und Umgebung übernommen habe. Das heißt vor ca. 18 Jahren. Seit diesem Tag beobachte ich die Ereignisse und Entwicklung des Pontos Vereins Akrites Herbrechtingen aus der Nähe. Eine Entwicklung, die ihren Höhepunkt durch den Bau eures Vereinshauses erlangte, eures eigenen Hauses, welches auch gleichzeitig ein Heim aller Griechen der Region ist.
Ich möchte mich allerdings nicht nur darauf beziehen.
Die kulturelle aber auch die allgemeine Entwicklung eures Vereins ist beneidens- und lobenswert. Der Pontos Verein Akrites Herbrechtingen erhielt seine Souveränität durch seine Geschicklichkeit, seinen Arbeitsfleiß, sein Durchhaltevermögen und seine Besonnenheit. Die Tatsache, dass sich der Verein auf "fremdem" Boden erhält, war kein Hindernis, den Kampfgeist und den Aufbau zu erhalten. Seit dem ersten Tag seiner Gründung behielt der Verein seinen Rhythmus bei, mit dem Hauptziel, die Aufrecherhaltung des Vereins sicherzustellen. Das unlöschbare Nationalbewusstseins, die Sprache, die Tradition, die Sitten und Bräuche des Pontos werden an die junge Generation weitergegeben. Der christlich orthodoxen Glauben wird somit auch erhalten.
Wie könnte jemand dieses Werk charakterisieren?
Lobenswert? Heldentat? Ich glaube es gibt keine Worte dafür.
Meine lieben Brüder,
der Beitrag des Pontos Vereins Akrites ist in unserer Gegend überwältigend. Es ist ein hervorstechendes Beispiel der Geduld, der Entschlossenheit, der Geschicklichkeit und des Durchhaltevermögens eines Volkes, welches ein unschätzbares kulturelles Erbe hat, einen kraftvollen und ungebendigten Willen darstellt.
Herbrechtingen aber auch die Umgebung wären ohne den Pontos Verein Akrites ärmer dran. Ich bin glücklich, die Bekanntschaft mit den Griechen aus dem Pontos gemacht zu haben aber auch glücklich darüber, dass ihr Teil meiner Gemeinde seid.
Gott segne euch.
Mit väterlicher Liebe und Segen,
euer Pfarrer Sotirios Tsourlis.
Begrüßungsrede der Vorsitzenden des OSEPE Pontos-Griechen aus Europa Dimitra Papadopoulou Schickl
Liebe Gäste, liebe Vereinsmitglieder, liebe Vorstandmitglieder, liebe Freunde, liebe Kinder,
Es ist mir eine große Freude dem Vorstand, dem Vorstandsvorsitzenden Gianni Papadopoulos, allen Mitgliedern, allen Mitgliedsgründern und allen Beteiligten seit der Gründung des pontischen Vereins AKRITES meine Glückwünsche für das Jubiläum zu überbringen.
1989-2009, 20 Jahre Beitrag an kulturellen, gesellschaftlichen, pontischen und nationalen Themen. Eine lebendige Unterstützung und Teilnahme an die Leistungen unserer Vereinigung. Ein ausgewählter Name, der zu eurem Verein passt. Akrites im Pontos, Akrites auch in Baden-Württemberg.
Der Verein AKRITAS schrieb und schreibt ihr eigenes Buch. Der Verein hat seinen eigenen Siegel/Stempel aufgesetzt bekommen/erhalten.
Eine Siegel/Stempel der Menschlichkeit, der Vereinsarbeit, der die Flagge für die pontische Größe hoch hält.
Geimpft von unserer Kultur, zeigen wir, dass wir die Folklore nicht vergessen, dass wir für die internationale Annerkennung des Völkermords der Pontos Griechen kämpfen; gegen die Globalisierung.
Ihr seid es wert die Weiterführung unserer Vorfahren zu sein, ihr seid einer von wenigen Vereinen, wo der Traum zur Wirklichkeit geworden ist. Ein privates Gebäude, wo euer Verein untergebracht ist. Ihr erfüllt uns mit Stolz für das, was ihr geleistet habt und für das, was ihr noch vorhabt, weil wir wissen, dass es mit Erfolg verbunden ist. Lasst uns zusammen für unsere Ideale mit allen Griechen zusammen kämpfen und wir werden erfolgreich sein….seit euch sicher.
Wir, die Vorstandsmitglieder, die Jugend, alle Griechen aus Pontos und alle Griechen generell danken euch und wüschen euch jeglichen Erfolg für die Zukunft. Verehrte Gäste, lasst uns alle zusammen das 20-jährige Jubiläum unseres Vereins feiern, Akrites von Herbrechtingen...weil wir es verdient haben, weil es unsere Pflicht gegenüber unseren Vorfahren ist. Danke.
Dimitra Papadopoulou-Schickl
Begrüßungsrede der Pontos-Jugend der OSEPE
Liebe Vorstandsvorsitzende, liebe Vereinsmitglieder, verehrte Mitglieder des griechisch-pontischen Vereins Akrites in Herbrechtingen, liebe Aktritopoulia,
Dieses Jahr feiert ihr die 20-jährige Gründung eures sehr erfolgreichen Vereins. Herzlichen Glückwunsch und weiterhin viel Erfolg. Ich wünsche euch weiterhin einen guten und gemeinschaftlichen Zusammenhalt. Produktivität und Zusammenhalt. Zwei Worte, zwei Bedeutungen, welche voneinander abhängig sind. Die Lust an Kreativität und Produktivität schmiedet den Zusammenhalt; die Produktivität setzt allerdings den Zusammenhalt voraus. Betrachtet man den 20jährigen Werdegang eures griechisch-pontischen Vereins Akrites in Herbrechtingen dann fühlt man, dass der Erfolg und der Zusammenhalt im Verein tief verwurzelt sind. Sie sind tief verwurzelt in dem Fundament Eures Heims; eures wunderschönen Hauses.
Euer Verein ist für euch wie ein Kind für seine Eltern. Ein Kind, welches nun seinen 20-jährigen Geburtstag feiert. Was wäre logischer und menschlicher, als ihm zu seinem 16jährigen Geburtstag ein eigenes Vereinshaus zu schenken, damit es seine Flügel ausbreitet und fliegen lernt. Ein Traum für jeden Verein in unserer pontischen Vereinigung; einen Traum, welchen sich wenige Vereine zugetraut haben zu erfüllen und noch am wenigsten tatsächlich erfüllt haben. Ein Traum, der sich erfüllt hat. Allerdings war der Weg dahin sehr lang. Getreu dem Gedicht des großen griechischen Poeten Konstantinos Kawafi "Sobald du dich auf den Weg machst, hoffe, dass dieser lang sein wird, voller Abenteuer und voller Kenntnisse". Ihr habt eure Ithaka gefunden, euren Traum, euer eigenes Haus mit eurem eigenen Geld, eurer Geduld und eurem Fleiß; die wenigen ehrlichen Freunde zählend. Ihr habt euer Haus gebaut, euren Traum verwirklicht; euer eigenes Haus, mit eurem eigenen Schweiß. Das alles habt ihr in eurer Freizeit gemacht, um logischerweise und in pontischer- weise eurem eigenen Kinde zu helfen.
20 Jahre sind vorbei und immer noch bleiben die Hauptdarsteller mit - es sei mir gestattet - dem unermüdlichen Anführer Gianni ihren Zielen treu. Nach 20 Jahren mit einem Erbe: die Vereinigung und die Freude an der Produktivität. Ihr Akritopulia, breitet eure Flügel aus und setzt die Worte eines anderen großen Dichters, Kosta Palama um: " Mein Kind, welches du erbst meinen Garten (sinngemäß für Hab und Gut); so wie du es hier vorfindest, sollst du es nicht lassen; grab tiefer in die Erde und umzäune ihn standfester"
Mit den besten Wünschen,
an die Jugend OSEPE
Georgios Nikolaidis

